Reality Check

1. Gamerin (18 Jahre)

2. Student (24 Jahre)

3. Startup-Gründerin (33 Jahre)

4. Fotografin (37 Jahre)

5. Forscher (45 Jahre)

6. Rentnerin (71 Jahre)

Um Vielfalt und Relevanz von Problemstellungen und Reformbedarf im bestehenden Urheberrecht anschaulicher zu machen, widmen sich die folgenden Porträts verschiedenen Lebenssituationen und der Frage, auf welche Weise sich hier urheberrechtliche Bezüge ergeben. Die Porträts sind stilisierte Veranschaulichungen, basierend auf Ende 2019 per E-Mail durchgeführten, teilstrukturierten Interviews mit RepräsentantInnen der jeweiligen Gruppen.

1. Gamerin (18 Jahre)

Yasmin Y. ist, neben ihrem Studium, Gamerin und Letsplayerin – das heißt, sie nutzt Twitch und ähnliche Plattformen, um (meist live und mit Publikum) kommentierend/moderierend digitale Spiele zu spielen. In den letzten Jahren hat sich diese Tätigkeit vom reinen Hobby weiterentwickelt und dient vielen Menschen auch als Einkommensquelle, wobei die Einkünfte teils über Spendenplattformen wie Patreon, teils auch aus direkter Monetarisierung der Videos resultieren. Prinzipiell sieht sie sich selbst mehr in der Rolle der Urheberin, leidet aber selbst auch unter irrtümlichen oder bewusst falschen Copyright-Claims – so wurden beispielsweise auch schon Webcam-Videosequenzen ohne jegliche Hintergrundmusik von YouTubes Content-ID-Algorithmus als Urheberrechtsverletzung markiert. Wenn solche fälschlichen Beanstandungen nicht nach Reklamation zurückgezogen werden, hat man aus Yasmins Sicht als Einzelperson ohne große finanzielle Mittel relativ wenig Möglichkeiten, dagegen vorzugehen und sein Recht durchzusetzen (sofern man nicht gerade eine der wenigen weltberühmten LetsplayerInnen ist); selbst hatte sie zwar noch keine unmittelbaren Probleme damit, aber sie weiß von Bekannten, dass deren Content aufgrund von Copyright-Claims die Monetarisierungsmöglichkeiten entzogen wurden. Ein großes Problem in der Let’s-Play-Szene sind nach wie vor die unsichere Rechtslage der erstellten Videos, die von unterschiedlichen Spielefirmen teils sehr unterschiedlich betrachtet werden. In den letzten Jahren ist es aus Yasmins Sicht aber deutlich üblicher geworden, dass SpieleentwicklerInnen und -publisherInnen über sogenannte Content Agreements die Darstellung von Spielinhalten in Let’s-Play-Videos, Reviews und ähnlichen Formaten gestatten. Yasmin findet es für ein zeitgemäßes Urheberrecht wichtig, den Ausgleich zwischen den Interessen der UrheberInnen und denen der KonsumentInnen zu finden. Wichtig für sie wäre einerseits Rechtssicherheit und eine Abkehr von automatisierter Sperrung oder Demonetarisierung von Inhalten ohne ordentliche Kontrolle für die Fallprüfung und andererseits eine umfassende faire Vergütung, etwa über Pauschalvergütungslösungen unter Einbindung der Streaming-Plattformen. Konkret würde das bedeuten, dass Let’s-Play-Videos auch ohne individuelle Vereinbarungen zwischen Plattformen und Spielefirmen gesetzlich erlaubt, dafür aber pauschale Entschädigungen der Plattformen von deren Erlösen an die RechteinhaberInnen abgeführt werden müssten.

2. Student (24 Jahre)

Pierre D. studiert in einer westdeutschen Großstadt. Viele Tätigkeiten seines Alltags spielen sich zumindest teilweise online und digital ab, sei es im Zuge des Studiums (Zugang zu Lernunterlagen und wissenschaftlichen Artikeln, Recherche für Seminararbeiten, Austausch und Kommunikation im Fachschaftsrat mittels Messenger-Apps, etc.) oder privat (Social-Media-Nutzung, Erstellung von lustigen Memes und Remixes, Nutzung von Streaming-Seiten, etc.). Pierre erlebt im persönlichen Umgang das aktuelle Urheberrecht primär einschränkend bzw. als Quelle von Unsicherheit, weil die ursprünglichen Anwendungsbereiche mit der Digitalisierung aus seiner Sicht nicht Schritt gehalten haben. Im Studium werden ihm und seinen KollegInnen von den Vortragenden Lerninhalte häufig digital zur Verfügung gestellt, seiner Einschätzung nach und unter Betrachtung der aktuellen Rechtslage auch nicht immer hundertprozentig im Rahmen der Legalität. Wenn er selbst wissenschaftliche Inhalte sucht, stellt dank diverser Umgehungsmöglichkeiten wie Sci-Hub der eingeschränkte Zugang zu Fachliteratur meist kein großes Problem dar. In seiner Jugend hat Pierre durchaus auch bewusst das Urheberrecht verletzt (um z. B. Musik mit FreundInnen auszutauschen oder für ihn damals schwierig leistbare digitale Spiele zu konsumieren), was er damals auch als durchaus verbreitete Praxis empfunden hat. Heute nutzt er solche Möglichkeiten seltener, tauscht aber z. B. digitale Spielmaterialien von Tabletop-Rollenspielen mit FreundInnen aus, um das Finden von gemeinsamen Spielrunden zu erleichtern. Des Weiteren ist Pierre großer Wrestling-Fan, weshalb er auch ein WWE-Abonnement hat.3 Da allerdings manche der in den Vereinigten Staaten im frei empfangbaren Fernsehen ausgestrahlten Events dort erst mit einigen Wochen Verzögerung verfügbar gemacht werden, konsumiert er diese manchmal auf Streaming-Plattformen zweifelhafter Legalität (konsumiert also Inhalte, für die er sogar bezahlt hat, wegen eingeschränkter Zugänglichkeit auf Umwegen). Auch Geoblocking, also die Sperrung des Zugangs zu Online-Inhalten für bestimmte geografische Regionen, hat ihm beim Konsum von Wrestling-Formaten, aber auch bei gebräuchlicheren Formaten (wie Übertragungen von Bundesligaspielen), schon einige Male Probleme bereitet. Wann immer er FreundInnen im benachbarten Ausland besucht, ist er auf technische Kniffe (wie z. B. die Nutzung eines VPN-Dienstes) angewiesen, wenn er Inhalte konsumieren möchte, die zuhause frei verfügbar sind. Insgesamt findet Pierre, dass das aktuell geltende Urheberrecht mehr Schaden als Nutzen bereitet, da es Strukturen aus der Vor-Internet-Zeit gegen Veränderungen schützt, zugleich aber die neuen digitalen und vernetzten Möglichkeiten nicht ausreichend abbildet und wertschätzt. Er wünscht sich von einem funktionierenden Urheberrecht vor allem eine umfassende Ausweitung der Schrankenregelungen, damit das Urheberrecht für Menschen wie ihn (wieder) eine deutlich geringere Bedeutung im alltäglichen Leben hat; darüber hinaus befürwortet er auch eine möglichst internationale Vereinheitlichung der Verfügbarkeit von Medieninhalten – so möchte er zum Beispiel das Recht haben, Inhalte auch von Deutschland aus bei französischen oder italienischen Online-Anbietern zu kaufen bzw. zu streamen.

3. Startup-Gründerin (33 Jahre)

Viktoria H. ist Gründerin und Geschäftsführerin eines Startups. Ein unmittelbarer Berührungspunkt mit dem Urheberrecht ergibt sich aus Bereichen, die viele Unternehmen betreffen, etwa im Zuge von Auftragsarbeiten, die ihr Unternehmen extern für Marketing oder Werbung (z. B. an FreelancerInnen) vergibt. Hierbei achten sie in enger Zusammenarbeit mit AnwältInnen stets darauf, dass bei der Abklärung von Nutzungs- und Bearbeitungsrechten alles ordentlich geregelt wird. Da Viktorias Startup auch mit nutzerInnengenerierten Inhalten arbeitet (auch wenn damit nicht unmittelbar Geld verdient wird), stellen sich darüber hinaus für sie und ihr Team tagtäglich urheberrechtliche Fragen auch im speziellen Kontext ihres Geschäftsfelds; sie müssen beispielsweise prüfen, ob NutzerInnen mit ihren Inhalten Urheberrechtsverletzungen begehen (wenn sie etwa fremde Inhalte als eigene ausgeben), sich aber auch damit befassen, unter welchen Rahmenbedingungen sie selbst nutzerInnengenerierte Inhalte etwa in sozialen Medien teilen dürfen. Im Allgemeinen verbindet Viktoria mit dem Urheberrecht eher Positives, im Sinne des Schutzes von Ideen und geistigem Eigentum; sie findet aber auch, dass im digitalen Zeitalter Vieles daran unbefriedigend und viel zu komplex gelöst wird (oder eben nicht gelöst wird). Sie macht dies beispielsweise an der aktuellen Debatte um den Uploadfilter fest, den sie für eine untaugliche Lösung hält; sie befürchtet, dass durch die automatisierte, algorithmische Filterung von Inhalten Kreativität stark eingeschränkt und das Internet insgesamt unfreier werden wird. Viel hängt hier noch von der genauen nationalstaatlichen Umsetzung ab. Ein anderer problematischer Aspekt für Viktoria und ihr Startup sind die grenzüberschreitenden Aktivitäten und die unterschiedliche rechtliche Situation je nach Land – insbesondere bei nutzerInnengenerierten Inhalten sorgt das Urheberrecht in seiner derzeitigen Form vor allem für Verunsicherung, und die Verschärfung der Haftungsregeln durch die EU-Urheberrechtsreform hat sie und ihr Team veranlasst, Initiativen zur verstärkten Nutzung nutzerInnengenerierter Inhalte einstweilen hintanzustellen. Viktoria erwartet sich von einem guten Urheberrecht, dass es möglichst leicht verständlich ist und das leistet, was es soll, aber nicht mehr – dass es also UrheberInnen schützt, aber Kreativität und Meinungsfreiheit, insbesondere auch in Bezug auf neue Ausdrucksmöglichkeiten von NutzerInnen, so wenig wie irgendwie nötig einschränkt. Für Startups und andere Unternehmen mit digitalem Fokus wünscht sie sich mittelfristig ein vollharmonisiertes Urheberrecht in der gesamten EU, um endlich auch online in einem echten digitalen Binnenmarkt geschäftlich tätig sein zu können und so einfacher neue Geschäftsideen ausprobieren zu können. Insbesondere erwartet sie sich mehr Rechtssicherheit, wenn es um die Einbeziehung von nutzerInnengeneriertem Content geht.

4. Fotografin (37 Jahre)

Doris F. arbeitet als Auftragsfotografin in einem westdeutschen Ballungsraum. Sie lebt unmittelbar von der Verwertung ihrer Werke, hat als Auftragsfotografin (vor allem auf Hochzeiten und ähnlichen Veranstaltungen und für Werbe- und Marketingmaterial) allerdings bislang relativ wenig Probleme mit Urheberrechtsverletzungen an ihrer Arbeit erlebt. Von KollegInnen aus dem Bereich der Pressefotografie hat sie allerdings gehört, dass diese sowohl wirtschaftlich unter dem Aufkommen neuer, kostenloser Angebote leiden, als auch immer wieder rechtlich gegen urheberrechtswidrige Nutzungen ihrer Fotos vorgehen müssen. Sie bedienen sich dabei zunehmend algorithmischer Dienstleister, die das Internet automatisiert nach unautorisiert genutzten Bildern durchforsten und ihr Geld über Beteiligung an den auf diese Weise erzielten Erlösen verdienen (häufig über kostenpflichtige Abmahnungen). Prinzipiell findet Doris den urheberrechtlichen Schutz für ihre Arbeit wichtig, insbesondere stärkt es ihre Verhandlungsbasis gegenüber AuftraggeberInnen. In der Praxis beurteilt sie diesen Nutzen aber dann doch häufig als eher gering, da ihre AuftraggeberInnen in der Regel auf umfassend eingeräumten Nutzungsrechten zu einem Pauschalpreis bestehen, was dann doch oft wenig Verhandlungsspielraum bietet. Die geplanten Änderungen des Urheberrechts betreffen Doris und ihre berufliche Tätigkeit eher am Rande, sie kann mit dem aktuellen Rechtsbestand aber auch ganz gut leben. Am meisten Verbesserungen würde sie sich im Bereich des Urhebervertragsrechts wünschen, um ihr Handlungsmöglichkeiten zu bieten, falls eines ihrer Bilder (etwa im Zuge einer viralen Werbekampagne) doch einmal weite Verbreitung und vielleicht sogar Kultstatus erlangt: Derzeit ist es nämlich so, dass AuftraggeberInnen häufig umfassende Nutzungsrechte an ihren Bildern verlangen und selbst im – zugegebenermaßen unwahrscheinlichen – Fall, dass ein Bild viral gehen und mit ihm hohe Umsätze erzielt werden sollten, nichts davon unmittelbar an Doris zurückfließen müsste. Das fände sie unfair und sie würde sich für so eine derartige Situation ein vertraglich unabdingbares, das heißt gesetzlich zwingendes, Recht auf Beteiligung an solchen Erlösen wünschen.

5. Forscher (45 Jahre)

Lorenz D.-K. ist Wissenschaftler an einer mittelgroßen norddeutschen Universität. Für ihn ist beruflich insbesondere die Verbreitung von und der Zugang zu wissenschaftlichen Artikeln und Büchern wichtig; seine Universität hatte bis vor kurzer Zeit die üblichen Verträge mit den großen Wissenschaftsverlagen abgeschlossen, im Zuge des jüngsten Konflikts zwischen öffentlichen Einrichtungen und manchen Verlagen sind einige dieser Verträge aber gekündigt worden. Nicht zuletzt deshalb muss er häufig KollegInnen direkt anschreiben und um Zusendung ihrer Artikel bitten, wenn er auf diese nicht über seine Universität zugreifen kann; manchmal muss er auch auf Schattenbibliotheken wie Sci-Hub ausweichen. Lorenz hat kein besonderes Verwertungsinteresse an seinen Forschungsinhalten; ihm ist vor allem wichtig, dass er gelesen werden kann (nicht zuletzt auch, um zitiert zu werden). Für Lorenz ist deshalb insbesondere das Recht zentral, seine eigenen wissenschaftlichen Artikel in institutionellen Repositorien und auf seiner Website (im Originallayout) zugänglich machen zu dürfen (das sogenannte „Zweitveröffentlichungsrecht“). Auch in der Lehre hat Lorenz an sich kein Verwertungsinteresse und würde seine Lehrinhalte gerne studierendenfreundlich einfach zugänglich machen – er hat allerdings Sorge vor Abmahnungen und möchte sich damit so wenig wie möglich beschäftigen, weswegen er seine Vortragsfolien und andere Inhalte nicht frei ins Netz stellt, sondern nur ins universitätsinterne Online-Kurssystem hochlädt, wo nur die aktuellen LehrveranstaltungsteilnehmerInnen Zugang dazu haben. Für Lorenz und seine Forschungsinteressen ist das Internet eine unschätzbare Fundgrube an frei zugänglichen Daten und Inhalten – oft ist aber die genaue rechtliche Situation für ihn schwierig einzuschätzen, insbesondere, wenn er zu Forschungszwecken im großen Umfang Text- und Data-Mining betreibt. Auch die Details zu Datenbankrechten bereiten ihm immer wieder Schwierigkeiten, sodass Lorenz hierbei häufig die Rechtsabteilung seiner Universität hinzuziehen muss, was meist langwierige Verzögerungen in Forschungsarbeiten bedeutet. An der aktuellen Situation stören Lorenz insbesondere die zahlreichen Komplikationen bei der Zugänglichmachung seiner Forschungs- und Lehrinhalte. Gerade vor dem Hintergrund, dass er an einer öffentlichen Universität und größtenteils an von öffentlichen Drittmitteln finanzierten Forschungsprojekten arbeitet, wünscht er sich einen möglichst freien Zugang zu den von ihm produzierten Wissensinhalten, sowie Rechtssicherheit und weiter gefasste Ausnahmen zu Text- und Data-Mining für wissenschaftliche Zwecke. Dazu zählt zum Beispiel das Recht, wissenschaftliche Aufsätze auch im Originallayout im universitätseigenen Online-Archiv („Repositorium“) zugänglich machen zu dürfen, sowie eine Klarstellung, dass Text- und Data- Mining für Forschungszwecke keine urheberrechtsrelevante Tätigkeit ist.

6. Rentnerin (71 Jahre)

Ursula A.-R. ist Rentnerin und lebt mit ihrem Mann in einer Kleinstadt im Norden Deutschlands. Sie nutzt das Internet eher in geringem Ausmaß, besitzt aber doch seit einigen Jahren ein Smartphone – nicht zuletzt, um mit ihren Kindern und Enkelkindern besser in Kontakt bleiben zu können, die teils anderswo in Deutschland, teils auch im Ausland leben. Streaming-Plattformen nutzt Ursula nicht, weder legale noch illegale, ihr reicht das lineare Fernsehen. Social Media nutzt sie allerdings, für ihr Alter sogar relativ häufig – und umso mehr, seit sie ein Smartphone besitzt. Vor allem ihre (Enkel-)Kinder und FreundInnen schicken ihr regelmäßig kurze (Handy-)Videos, unterhaltsame Memes und Remixes oder Links zu YouTube-Videos. Manches davon leitet Ursula an WhatsApp-Gruppen weiter oder teilt es auf Facebook; sie ist sich dabei nicht immer sicher, ob sie das nun eigentlich darf oder nicht und was für Konsequenzen das haben könnte. Außerdem teilt sie regelmäßig Fotos von ihren selbstgemalten Bildern – ihrem liebsten Hobby – über Facebook. Kommerzielle Interessen verbindet sie damit nicht; Ursula würde nur gerne davon erfahren, wenn andere diese Fotos irgendwo im Netz (z. B. auf einer Website) verwenden. Ursula liest sehr gerne und besitzt auch einen E-Reader; manchmal leiht sie sich (mit Hilfe ihrer Kinder oder anderer jüngerer Bekannter) auch online E-Books digital aus, üblicherweise kauft sie die Bücher aber direkt über einen großen Online-Buchhändler. Sie würde gerne einfacher digital Bücher ausleihen können, weil sie am E-Reader in großer Schrift besser lesbar sind als auf Papier. Sehr schade findet Ursula es deshalb auch, dass die Vorlesefunktion des Amazon-Kindles bei den meisten Büchern deaktiviert ist. Der Grund dafür ist, dass die Verlage in einer automatisierten Vorlesefunktion eines E-Readers eine Konkurrenz für das boomende Hörbuchgeschäft sehen und diese deshalb vorsorglich vertraglich untersagen – auch in solchen Fällen, in denen am Ende gar keine Hörbuchversion erscheint. Hier würde sich Ursula erwarten, dass die Vorlesefunktion nur dann eingeschränkt werden darf, wenn es ein Hörbuchangebot gibt – wobei sie eigentlich findet, dass es auch erlaubt sein müsste, sich Bücher (zumindest auszugsweise) unabhängig davon und generell automatisiert vorlesen zu lassen. Alles in allem wünscht sich Ursula vom Urheberrecht eigentlich primär, dass sie sich im Alltag damit überhaupt nicht befassen muss und dass die wenigen urheberrechtsrelevanten Handlungen, die sie tätigt, unter Bagatellregelungen oder dergleichen fallen. Des Weiteren findet Ursula, dass urheberrechtlicher Schutz zwar durchaus seine Berechtigung hat, dass er aber barrierefreier Nutzung, etwa von Medien, nicht im Weg stehen darf.